Tiefseeschlamm als Rohstoffquelle

Tiefseeschlamm könnte die Vormachtstellung Chinas bei der Förderung an Seltenen Erden (REE) gefährden. Wie die Nature Geoscience berichtet, haben japanische Forscher im Ostpazifik reichhaltige Vorkommen an REE entdeckt.

Bisher ist China mit seinen Lagerstätten weltweit führend in der Förderung dieser begehrten Elemente. Doch nach Entnahme von Bohrkernen und ihrer Untersuchung wurde eine fast doppelt so hohen Konzentration im östlichen Pazifik festgestellt. Der Tiefseeschlamm liegt dort am Meeresboden dicht verteilt, allein die Konzentration auf einem Quadratkilometer könnte 1/5 des Jahresbedarfs decken.

Als Ursache werden hydrothermale Quellen genannt, die diese Elemente in so hohen Mengen am Meeresboden ablagern. Meeresströmungen in diesem Bereich könnten die Minerale außerdem weit verteilen, so dass weitere riesige Vorkommen nicht ausgeschlossen sind.

Derzeit werden in dieser Region weitere Untersuchungen angestellt, um zu sehen, ob sich der Abbau auch wirtschaftlich lohnt. Sollten sich diese Ergebnisse bewahrheiten, wird könnte durchaus ein “Goldrausch”, vergleichbar mit dem Amerikas im 19. Jhd., losgetreten werden.

 

by Erik Vranic

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Metazinnober-Leiter und Isolator zugleich

Wie das Institut für Feststoff- und Werkstoffwissenschaften (IFW) in Dresden berichtet, ist es gemeinsam mit Forschern der Universität Marseille gelungen, einen neuen Quantenzustand des Minerals Metazinnober zu identifizieren.

Metazinnober, im Fachjargon auch Metacinnabarit genannt, ist ein Mineral der Sulfide mit der chemischen Formel HgS. Es ist eine von 3 Modifikationen des Quecksilber(II)-sulfides und kristallisiert im kubischen Kristallsystem. Sein Stabilitätsbereich liegt oberhalb von 344°C, wird diese Temperatur unterschritten, wandelt sich das Mineral in das stabilere Cinnabarit (ebenfalls HgS, aber trigonales Kristallsystem) um. Metacinnabarit ist meist in massiven Aggregaten ausgebildet, kann aber auch in wenigen Millimeter großen, grauen Kristallen auftreten. Soviel nun zum Mineral selbst…

Den Forschern ist es gelungen, einen Quantenzustand zu entdecken, bei dem der elektrische Strom auf der Oberfläche des Minerals fließt, in seinem Inneren jedoch nicht. Bisher waren nur eine handvoll Minerale bekannt, die diese Eigenschaft ebenfalls aufweisen. Die Art des Stromflusses macht aber nun Metacinnabarit besonders. Auf der Oberfläche bilden sich eine Art kleine, parallel zueinander liegende Kanäle, in denen der Strom fließt. Zwischen ihnen findet jedoch kaum ein Stromfluss statt.

Normalerweise haben Elektronen in einem elektrischen Leiter einen Spin (ein innerer Drehsinn), der oft entgegengesetzt ist. Doch beim Metacinnabarit ist dieser gleichgerichtet, so dass auch ein Spinstrom fließt. Diese Eigenschaft und der Umstand, dass eine Änderung der Bewegungsrichtung der Elektronen mit einer Umkehr der Spinrichtung verbunden ist, macht das Mineral für Transistoren, Sensoren und den Bereich der Spintronik sehr interessant.

Das Problem an diesem Effekt: Er funktioniert nur, wenn der Kristall äußerst rein ist. Kleine Verunreinigungen bewirken schon einen Stromfluss in seinem Inneren. Nun sind die Mineralogen an der Reihe, das Mineral mit der nötigen Reinheit zu produzieren.

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